Colca Canyon Trek

Colca Canyon Trek

Was für ein Erlebnis!

Wir hatten unser allererstes Trekking ja schon in Paracas bei Alfredo gebucht. Eine 3-Tages Tour durch den Colca-Canyon. So richtig gewusst, auf was wir uns da einlassen haben wir nicht. Wir dachten beide irgendwie, wir gehen so ein bisschen in dem Canyon spazieren. Das ist ja aber der zweittiefste Canyon nach dem Grand Canyon und da unten läuft der Rio Colca mit einer atemberaubenden Flusslandschaft und kleinen Ansiedlungen, die auch Übernachtungsmöglichkeiten bieten.

Am Abend zuvor haben wir um 20:00 Uhr noch ein Briefing bekommen. Das hat bis 21:00 Uhr gedauert. Da haben wir noch so ein paar Sachen erfahren, die mitzubringen sind, die wir aber noch einkaufen mussten. Also schnell noch zum Supermarkt, bei der Gelegenheit noch eine peruanische SIM-Karte gekauft, damit wir die GPS Daten auf den Blog schicken können (hat leider nicht so geklappt…). Gegessen hatten wir auch noch nicht, gepackt auch noch nicht und noch mal warm duschen und Haare waschen wär auch schön. Und schwupps, war es 23:30 Uhr. Pick-up vom Hotel war um 03:20 Uhr :-O

Das es hart war um 02:45 aufzustehen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen…

Mit dem Bus sind wir mit ca. 20 anderen hundemüden Menschen ins 3 Stunden entfernte Cabanaconde gefahren worden. Einen kurzen Zwischenstop gab es am Cruz del Condor. Wir konnten sogar einen Condor fliegen sehen. War aber nicht ganz so spektakulär wie erhofft.

Von Cabanaconde (3287m) sind wir dann in einer Gruppe von 8 Leuten zu unserer ersten Übernachtungsmöglichkeit Posada Gloria in San Juan de Chucho (2200m). Also sind wir an Tag 1 des Trekks in 4 Stunden ca. 1100 Höhenmeter den Canyon runtergelaufen. Die Landschaft ist wirklich spektakulär. In einer kleinen, ganz einfachen Posada haben wir ein Mittagessen bekommen und hatten danach Freizeit. Schon auf dem Trek sind wir mit den ersten Leuten ins Gespräch gekommen und Nachmittags bei so viel Freizeit, keinem Handyempfang und ein paar Bier wurden die Gespräche dann natürlich vertieft. Die Gruppe war echt super! Wir haben uns in einer Mischung aus englisch, spanisch, französisch und italienisch und Händen und Füßen verständigt und es hat prima geklappt!

Der zweite Tag ging, völlig entspannt, erst um 8:00 Uhr los. Diesmal ging die Wanderung im Tal und am Berghang entlang durch kleine Dörfchen 4 Stunden bis zu einem wahren Paradies. Mit Pool! Wir haben noch nicht mal unsere Zimmer bezogen sondern uns alle erst mal in die Badesachen geschmissen und sind in den Pool gehüpft. Halt, nein. Zuerst haben wir uns natürlich ein Bierchen geholt 😀 Dann sind wir in den Pool gehüpft. Auch hier haben wir die Zeit zwischen Mittag- und Abendessen wieder mit tollen Gesprächen und dem Austausch von witzigen Geschichten verbracht. Am Nachmittag ist eine weitere Gruppe dort angekommen. Man kann die Tour durch den Canyon wohl auch in 2 Tagen machen, das würden wir aber nicht empfehlen! Auch hier wurden wieder in allen möglichen Sprachen Reiseerlebnisse und lustige Geschichten ausgetauscht. Alt wird dort aber keine nach den langen Wanderungen. Spätestens um 22:00 Uhr haben die letzten tief und fest geschlafen.

Der Wecker für Tag 3 im Canyon hat um 04:00 Uhr geklingelt. Abmarsch – ohne Frühstück! – war für 04:30 Uhr angesetzt. Das war tatsächlich der mit Abstand härteste Teil des Treks. 3 Stunden nur bergauf. Teils über Geröll, teils waren es eine Art Stufen, auf jeden Fall war es die ganze Zeit supersteil. Wahrscheinlich haben wir deshalb kein Frühstück bekommen. Der Gedanke an ein Frühstück war nach zwei Stunden Aufstieg das einzige was noch motiviert hat einen Fuß vor den anderen zu setzen. Dementsprechend groß war die Erleichterung endlich oben anzukommen.

Nach dem Frühstück standen schon die Busse bereit, die uns wieder zurück nach Arequipa bringen sollten. Auf dem Rückweg haben wir noch mal zwei Stops eingelegt. Einer davon war besonders nützlich: Wir haben an heißen Quellen angehalten. Hier konnte man den geschundenen Körper in Badewannenwarmes Wasser tauchen. Einer der Pools war superheiß. Hier haben wir den Tip bekommen uns ein mal kurz reinzusetzen und dann in den kalten Fluss zu legen. Irgendwas davon hat Wunder gewirkt. Wir hatten keinerlei Muskelkater. Die Füße haben ein bisschen weh getan, das war es aber auch schon!

Fazit: Der Trek durch den Colca Canyon ist auf jeden Fall empfehlenswert! Er ist hart (vor allem für die Knie) aber landschaftlich echt beeindruckend. Die Zwei-Tages Tour würden wir nicht machen. Alles was wir an Tag 1 und Tag 2 gelaufen sind wird da an Tag 1 gelaufen und man kommt erst am Nachmittag in der Oase mit dem Schwimmbad an. Da ist die Sonne dann schon fast weg und es ist zu kalt zum baden (zumindest um diese Jahreszeit). Auch von der Anstrengung her bin ich froh, dass wir die Strecke in 3 Tagen gelaufen sind.

Unser nächstes Ziel heißt Cusco.

Colca Canyon Vlog #5

Showing 15 comments
  • Beate
    Antworten

    Ich habe „mitgeschnauft“, in der dünnen Luft. Denke das ist etwas heftiger, als den Herrnwingert hoch 😉 Ihr hättet euch bestimmt lieber auf die vorbeikommenden Esel gesetzt. Aber gut so, wenn ihr sagen könnt: „Wir haben Colca Canyon bezwungen“! Konnte man sich dort mit Coca Blätter kauen, etwas aufputschen?
    Die Landschaft sieht grandios aus und doch ganz anders als im amerikanischen Grand Canyon. Ob das der härteste Tripp war wird sich nächstes Jahr erst herausstellen. Ihr habt ja noch ein paar Abenteuer zu bestehen. Ganz viel Spass dabei, beim durch die Welt fetzen 🙂

    • cosanmay
      Antworten

      Das ist in der Tat heftiger. Coca Blätter hatten wir und Bonbons auch aber wenns hilft, hat man es nicht wirklich gemerkt. Die Blätter finde ich trocken recht eklig. Oder ich hab den Trick noch nicht raus. Das dauert, bis die eingespeichelt sind und so lang hat man Krümel im Mund, Besser ist es wenn man einfach die Blätter aus seinem Tee nimmt und in die Backentasche steckt und daran „zuzelt“. Gab ja aber kein Frühstück 🙁
      Jetzt wird akklimatisiert – keuchen jetzt in Cuzco rum. Einen Tag länger als geplant – Alfredo hat‘s verbockt. Aber hier gibt‘s tolle Restaurants und noch ein bisschen was zu sehen. 💋

  • Torsten Schaepe
    Antworten

    Was soll man da sagen außer wow 👌
    Tolle Bilder und Eindrücke 😎
    Lg Torsten&Nancy

  • Daniel
    Antworten

    Hola, hätten wir gewusst, wie hart das wird, hätten wir das wahrscheinlich gar nicht gebucht. Gut, dass wir es nicht wussten 🙂

    • Ricardo
      Antworten

      Übrigens hättest Du meine walking Sticks vom jakobsweg mitnehmen können 😉

      • cosanmay
        Antworten

        Die hätte ich gut brauchen können. Leihe mir für den Salkantay welche. 💋

  • Sandra
    Antworten

    Tolle Bilder! Aber Daniel, du sahst ein bissel kaputt aus :-))))))
    Genießt eure Reise! Liebe Grüße von Daheim

    • cosanmay
      Antworten

      🤣

    • Daniel
      Antworten

      Und wie ich kaputt war 😬😉

  • Ricardo
    Antworten

    Hey Ihr Lieben, ganz großen Respekt. Ich habe den Vlog erst jetzt angeschaut und erst durch die Bilder wird mir klar, wie anstrengend das ganze gewesen sein muss. Der Hund sah fit aus, Corinna habe ich nicht gesehen ( außer am Pool …. vermutlich war die versteckt in den Körben die die Esel getragen haben ), aber Daniel …. Mann oh Mann .. der hat geschnauft und geschwitzt 😬😁
    Ihr seid jetzt die dritte Woche weg … aber für mich gefühlt schon ewig…. vermisse euch 😘
    Ps… bin diese Woche geschäftlich in Düsseldorf. So langsam komme ich in dem Business Trott wieder an. Zumindest spielt das Wetter mit, toller goldener Oktober mit gelben Blättern, Sonne, und bis 25 grad tagsüber. Morgens dann Frühnebel.
    Lasst es Euch gutgehen.

    • cosanmay
      Antworten

      Der Hund war der fitteste von allen. 😂Der Stinker hat sich vor Allem am letzten Tag im Stockdunklen ständig in den Weg gestellt. Bis wir kapiert haben, das er das nur macht, weil wir ihn jedesmal getätschelt oder gekrault haben, beim vorbeilaufen. Mussten ihn ein paar Steigungen lang ignorieren und wären ein paar mal um ein Haar über ihn gestolpert.
      Ich hab übrigens mindestens genau so geschnauft wie Daniel.
      Der Business Trott fällt gerade so langsam von uns ab. Wollten heute eigentlich was besichtigen, haben‘s bisher aber noch nicht geschafft. Wollten nach dem anstrengenden Mittagessen und Café-Aufenthalt erst mal Siesta machen 😂 Du siehst: wir lassen (es) uns blendend gehen 😂 LG Corinna 😘

  • Beate
    Antworten

    Fertig aussehen ? …..also ich finde, da wäre noch was gegangen. Der arme Hund war fertig, 1. Sieht er alt aus und 2. Muss das arme Kerlchen die Tour 2xdie Woche laufen. Wenn man die Coka Blätter kaufen kann, könntet ihr mir mal so Päckchen schicken…..?

    • cosanmay
      Antworten

      Wir haben total gerätselt wo der wohl hingehört. Das es 3 Tage der gleiche war, ist uns ehrlich gesagt erst beim Film schneiden aufgefallen.
      Coca-Blätter ausführen: das ist übelst verboten und strafbar. Obwohl das eigentlich total Banane ist. Ist einfach ein stinknormaler Tee der etwas grasig schmeckt und evtl. etwas wach macht.

  • Ricardo
    Antworten

    Wie gehts denn bei euch eigentlich weiter ? Was macht ihr den ganzen Tag … etwa immer noch Regeneration ? Wenn ich schaue wo ihr gerade seid… dann habt ihr euch im Hostel eingeschlossen .. 😁

    • cosanmay
      Antworten

      Machen mehr oder weniger Zwangspause, dank Alfredo. Mehr kommt im nächsten Blog. Wenn‘s nach uns ginge, wären wir schon auf dem Machu Picchu. Sind schon die komplette Altstadt von Cuzco abgelaufen und haben in fast jedem Restaurant schon gegessen. Wenn’s nicht bald ans Trekken geht, kann man uns hochrollen. Dazu auch dann mehr im Blog 😉

Leave a Comment