Indien-Kerala

Ein Tuk Tuk hat uns abends von Hampi zum Bahnhof nach Hospet gebracht. Unser Zug hatte nur etwa eine Stunde Verspätung, was für indische Verhältnisse nicht viel ist. Wir hatten uns auf eine romantische Zugfahrt gefreut und haben den 1. Klasse Schlafwagen bestiegen. So richtig warm wurden wir mit unserem Abteil allerdings nicht. Der Wagen war gefühlte 50 Jahre alt und sauber ist auch anders. Leider war auch der Speisewagen geschlossen bzw. nicht zugänglich. Zumindest gab es frische Bettwäsche, um die sehr groben Wolldecken etwas einzuschlagen. Naja, romantisch war es leider nicht besonders und viel geschlafen hatten wir auch nicht als wir morgens um 6 in Bangalore ankamen. Tagsüber mit dem Zug zu fahren, können wir uns schon nochmal vorstellen, aber im Schlafwagen, das war irgendwie nix für uns.

Bangalore, die Hauptstadt des Bundesstaats Karnataka, war nur eine Zwischenstation für uns auf dem Weg nach Kerala. Wir haben uns hier ein sauberes Business-Hotel gegönnt, mit Pool, Fitnessraum usw. und haben das Hotel tatsächlich 2 Tage nicht verlassen. Wir hatten auch genug zu tun mit Reiseblog schreiben und Videos schneiden. Außerdem gibt es in Bangalore, obwohl es mit über 12 Mio. Einwohnern die drittgrößte Stadt Indiens ist, kulturell wohl ohnehin nicht viel interessantes zu sehen. Selbst Inder haben uns gefragt: Was wollt ihr denn in Bangalore? Da gibts nix zu sehen. 🙂

Also mit dem Flieger weiter nach Kochi. Fliegen ist übrigens sauber, pünktlich und billig in Indien. Wir hatten uns versehentlich in Ernakulam eingebucht, obwohl wir nach Fort Kochi wollten. Die Gegend ums Hotel war muslimisch, von überall rief der Muezzin. Da es hier kein Bier gab, sind wir am nächsten Tag nach Fort Kochi umgezogen. In ein schönes kleines Homestay. Auf der Dachterrasse gab es morgens Yoga. Fort Kochi ist ganz schön, eine der ältesten Kirchen Indiens steht hier, die St. Francis Church. Hier liegt Vasco de Gama begraben, der 1498 als erster Europäer das Kap der guten Hoffnung umrundet und Indien erreicht hat. Es gibt einen Strand, der lädt aber eher nicht zum Baden ein und ein paar nette Restaurants und Cafés. Nach 3 Tagen haben wir uns auf den Weg nach Munnar gemacht.

Munnar liegt in den Bergen und ist für seine Tee- und Gewürzplantagen bekannt. Eine geführte Tour durch selbige haben wir gleich am zweiten Tag gemacht. Unser Guide Anil war witzig und die 4-stündige Tour echt informativ. Wir haben diverse Sachen frisch vom Baum bzw. Strauch probiert. Kardamom, Pfeffer, Baumtomaten und verschieden Beeren. Die Lage unseres wirklich sehr abgelegenen Resorts „Moselberg“ direkt am Fluss war klasse, die Bungalows eher schlicht. Dafür haben wir hier gut geschlafen, da es nicht mehr so heiß war, wie in Kochi. Trotzdem sind wir nach 2 Tagen weiter gefahren.

Und zwar mit dem Taxi nach Alleppey. Die Gegend ist für die Backwaters bekannt. Das ist ein weit verzweigtes Wasserstraßennetz, hier an der Malabarküste im Hinterland von Kerala. Man kann zum Beispiel ein ganzes Hausboot mit Fahrer mieten und dann auch darauf übernachten. Da wir aber zu Daniels Geburtstag schon eine schicke Unterkunft gebucht hatten, mit toller Lage, direkt am Vembanad Lake, haben wir das nicht gemacht. Ist auch relativ teuer. Stattdessen sind wir mit einem kleineren Boot, einem Shikara, ein paar Stunden durch die Kanäle geschippert. Das war gemütlich und auch sehr schön.

Varkala Beach hieß das nächste Ziel, noch etwas südlicher in Kerala. Eigentlich wollten wir dort surfen, da es wohl einen Spot gibt. Die Wellen waren aber nix, es war kein einziger Surfer im Wasser. Das Resort war aber super und so haben wir einfach noch ein paar gemütliche Tage in Strandnähe verbracht. Dann galt es wieder eine Entscheidung zu treffen. Weiter in den Norden Indiens, oder woanders hin? Wir wollen Rajasthan und vor allem das Taj Mahal unbedingt sehen. Und nach Varanasi und Rishikesh wollen wir natürlich auch. Andererseits wollen wir auch gerne surfen und im Norden in Kashmir brodelt es gerade etwas. Hmm, wir haben entschieden, 5 Wochen Indien sind für erste Mal genug. Namaste, India – wir kommen sicher wieder.

Vlog #20

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