Salkantay-Trek

Salkantay-Trek

Wow, ich weiß garnicht, wie ich diesen Blogbeitrag beginnen soll.

Wir waren uns beide einig, dass der Colca-Canyon Trek das härteste war, das wir jemals gemacht haben. Wir waren ja auch bis dato noch nie wandern oder hiken oder trekken oder was auch immer. Das höchste der Gefühle war bisher ein dreistündiger Wald-Spaziergang in Costa Rica.

Nichts hätte uns, glaube ich, auf das vorbereiten können, was wir in den letzten vier Tagen erlebt haben. Eine Herausforderung auf so vielen Ebenen haben wir nicht kommen sehen. Wir kannten natürlich die Eckdaten. Das heißt, wir wussten, dass wir am zweiten Tag eine Strecke von 22km bewältigen müssen, aber unter welchen Voraussetzungen, das haben wir völlig unterschätzt. Aber starten wir mal mit:

Vorabend und Tag 1

Dieses mal waren wir schlauer und schon vor dem Briefing einkaufen und konnten daher früh ins Bett. Beim Briefing haben gleich unsere geliehenen Walking-Stöcke und einen Sporttasche bekommen, die wir mit 6 kg Kleidung und Duschzeug etc. bepacken durften. Das und die Schlafsäcke, die wir uns auch geliehen haben, wurde von den Mulis getragen, die jeden Trek begleiten. Aufstehen um 4:00 Uhr war diesmal kein Problem. Die Busfahrt nach Challacancha zum Startpunkt des Treks war entspannt. Zwischendrin haben wir einen kurzen Stop zum Frühstücken in Mollepata eingelegt und waren um ca. 7:00 Uhr am Startpunkt. Es war sonnig, die Landschaft war toll, die Gruppe wieder echt nett. Hat also alles gepasst. Der erste Tag war vom Anstrengungs-Level so, wie wir uns das ungefähr vorgestellt haben. Es ging über kleine Flüsschen durch eine tolle Berglandschaft. Super-Idyllisch! Nach 4 Stunden Wanderung hatten wir Soraypampa erreicht. Das ist keine Ortschaft, sondern der Ort in dem die Glas-Iglus stehen. Auf die Übernachtung da drin, hatte ich mich besonders gefreut. Die Mitreisenden Camp-Köche und die Mulis waren schon lange vor uns da. Unser Gepäck war schon bereitgelegt und ein leckeres Mittagessen auf den von den Mulis mitgeschleppten Gaskochern (!) gezaubert. Strom gibt es dort keinen. Nur von 18:00-19:00 Uhr vom Generator. Nach dem Essen hatten wir eine Stunde um uns einzurichten und die erste Herausforderung stand an. Der Aufstieg zum Humantay-Lake. Eine Gebirgslagune mit Gletscher. Laut unserem Guide K.J. (gesprochen Ka-Chotta) unsere Feuertaufe für den 2.Tag. Also sind wir 10 „Muchachos“ (dieses Wort hat er extrem inflationär verwendet) ca. 1 Stunde den steilen Berg hochgestapft. Auch das war anstrengend aber noch im „grünen Bereich“. Oben angekommen hatten wir den herrlichen Anblick der Lagune und eines kleinen Gletschers und konnten 20 Minuten lang knipsen was das Zeug hält. Nach 10 Minuten wurde es relativ schnell dunkel – ein Gewitter war im Anmarsch. Daniel und ich sind möglichst schnell wieder ins Camp zurückgelaufen und wurden glücklicherweise nur wenig nass. Zumindest bis dahin. Abends gab es dann ein 3-Gang Menü (ja, vom Gaskocher) Dazu warmes Wasser. Wir wurden davor gewarnt, kalte Getränke zu uns zu nehmen. Das legt wohl die Verdauung lahm und kann zu extremen Magenproblemen führen. Das wollten wir nicht riskieren – also sind wir alle ohne Feierabendbierchen superfrüh um 19:00 Uhr ins Bett. Da es nach wie vor gewittert hat, war es leider nix mit Sterne kucken dafür waren die Blitze umso eindrucksvoller, aber auch echt gruselig. Durch die Nässe und die Höhe war es leider saukalt in den Kuppeln. Aber nach einer Stunde bibbern sind wir dann doch tief und fest eingeschlafen.

Tag 2

Um 4:40 Uhr wurden wir mit einem Becher Coca-Tee geweckt. Wir hatten 40 Minuten Zeit zu uns zu kommen und zu packen. Um 05:20 Uhr (und keine Sekunde später Muchachos) gab’s Frühstück. Aufbruch zum Salkantay-Pass um Punkt 06:00 Uhr. Gewittert hat es zum Glück nicht mehr, aber kalt war es. Wenn man sich die Hände gewaschen hat, sind die dabei fast abgefroren. Aber beim Laufen wird’s schnell warm. Die ersten 4 Stunden bis kurz vor dem Salkantay Pass auf 4630m ging es vom Wetter her auch noch. Aber kurz vorm Pass gab es Schneeregen und wir mussten in unsere Regenhosen steigen. Nach einem kurzen Imbiss aus Sandwich und Koka-Tee, den der Koch irgendwie mit einem Muli unbemerkt an uns vorbei transportiert hat, haben wir mit dem Abstieg begonnen. Leider hat sich das Wetter nicht gerade gebessert – im Gegenteil. Trotzdem waren wir noch recht guter Dinge und haben es mit Humor genommen. Nach zwei Stunden Abstieg über Schlamm, Geröll und mit Sicherheit traumhafte Landschaft – wir haben leider nicht viel gesehen, war neblig – waren wir am Mittagessensplatz angekommen. Mulis und Köche waren schon da. Große Zelte aufgebaut und ein leckeres Essen gekocht. Zu dem Zeitpunkt ist es sogar mal kurz etwas aufgeklart. Gestärkt und mit viel Zuversicht sind wir nach einer Stunde wieder aufgebrochen. Leider hat es irgendwann zwischen Nachtisch und Rucksack aufsetzen wieder angefangen zu regnen. Naja, manchmal ist man der Hund, manchmal der Baum – wir waren der Baum. Irgendwie haben wir gedacht, wir hätten das übelste Stück Abstieg ja schon hinter uns. Aber wir haben uns getäuscht. Die nächsten 4 Stunden sollten eine echte Tortur werden. Der Weg war steil, rutschig und voller Geröll. Wir waren nass, durchgefroren und völlig erschöpft. Aber, es gab keine andere Möglichkeit als die Zähne zusammenbeißen. Haben wir dann auch gemacht. Im nächsten Camp sollte es eine heiße Dusche geben. Das Camp haben wir um 17:00 Uhr erreicht. Ich war vorher schon angeschlagen und verschnupft und danach jetzt so fertig, dass ich es nicht mal in die Dusche oder zum Abendessen geschafft habe. Daniel hat mir eine Wärmflasche und Tee gebracht und ich bin sofort eingeschlafen.

Tag 3

Nach 10 Stunden Tiefschlaf (meinerseits) wurden wir um 05:00 Uhr wieder mit Coca-Tee geweckt. Im Camp gab’s einen kleinen Welpen, den hat mir Daniel gleich morgens vorbei geschickt. Nach hin- und her überlegen haben wir uns entschlossen die Wanderung an diesem Tag sein zu lassen. Ich hab mich noch immer krank gefühlt und der nächste Regen war schon wieder im Anmarsch. Es gab die Möglichkeit von hier mit einem Kleinbus ins nächste Camp zu fahren. Das haben wir dann gemacht. Der Rest der Gruppe hat sich wieder in die Regenponchos geworfen und ist losmarschiert. Wir hatten im neuen Camp die Möglichkeit unsere Sachen in der Sonne zu trocknen bis die anderen zum Mittagessen ankamen. Nach diesem Programmpunkt wäre unser Trek sowieso zu Ende gewesen. Mit K.J. sind wir und ein Pärchen aus Barcelona, die auch den 4-Tages Trek gebucht hatten, nach Hidroelectrica gefahren, um von dort (in unserem Fall mit Peru-Rail einem Zug mit Panoramafenstern, für die zwei Spanier zu Fuß die Bahnstrecke entlang) nach Machu Picchu Pueblo oder auch Aguas Calientes weiterzureisen. Ich bin so froh, dass wir uns für den Zug entschieden haben! In Hidroelectrica hat es nämlich angefangen zu schütten wie aus Kübeln. Nach einer gemütlichen Zugfahrt waren wir um 15:00 Uhr in Machu Picchu Pueblo im Hotel. Das allererste was wir gemacht haben war heiß und ausgiebig zu duschen – das war so herrlich, ich kann es kaum in Worte fassen! Im Hotel gab es auch einen Wäscheservice, da haben wir erst mal das ganze feuchte Zeug vom Trek abgegeben. An der Rezeption haben wir uns einen Föhn ausgeliehen und die Zeit bis zum Abendessen damit verbracht unsere Schuhe zu trocknen. Das andere Pärchen kam um 17:00 Uhr vollkommen durchgeweicht im Hotel an. Um 18:00 Uhr war dann für uns 4 Muchachos und K.J. ein Tisch im Restaurant zum Abendessen reserviert. Wir haben zusammen gegessen und uns auf englisch und spanisch miteinander über die vergangenen Tage unterhalten. Direkt nach dem Essen war schon wieder Schlafenszeit, da für Tag 4 ja das Highlight anstand: Machu Picchu

Da das so dermaßen besonders war, verdient das aber einen eigenen Blog!

Unser Fazit zum Salkantay-Trek: Dieser Trek ist unserer Meinung nach absolut nicht (!) wie angegeben moderat, und auch nicht (!) für ungeübte Wanderer geeignet.

Fazit zum Trekking-Anbieter Salkantay Trekking: dieser Anbieter ist uneingeschränkt empfehlenswert! Was dieses Team logistisch und kulinarisch auf die Beine stellt, ist bemerkenswert. Wir haben während des Treks von K.J. und Rojelio dem Co-Guide auch viele Zusatzinfos zu Flora, Fauna, peruanischer Geschichte und vielem mehr erhalten. Hier ist wirklich alles Top-Organisiert!

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Salkantay-Trek Vlog #6

Showing 10 comments
  • Kerstin
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    Oh mein Gott, das war ja ein Mördertrail!!!!! Einer der Momente wo ich dann doch nicht mit euch tauschen wollte und es hier bei 24 Grad doch ganz schön finde 😉 Bin auf jeden Fall sehr froh, dass ihr da gesund wieder „runter“ gekommen seid, da hättet ihr euch mehr als einmal die Knochen brechen können. Der Trek war mit moderat angegeben? Ich war schon beim Zuschauen völlig außer Atem… aber meinen großen Respekt vor Euch und vor dieser Leistung.
    Reinholdine, hast den Welpen mitgenommen?
    Liebe Grüße an euch, freu mich auf den nächsten Blog von euch 😘

    • cosanmay
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      Aber Hallo! Meine Kniescheiben wollten gefühlt herausspringen. 7 Stunden Abstieg ist dann trotz Stöcken und Kniebandage doch ein bisschen zu heftig. Landschaftlich muss das (ohne den fiesen Nebel) ein Traum sein. Manchmal konnte man es erahnen. Aber laut K.J., der den Trek alle 14Tage (!) läuft, ist zu 70% Regen. Pachamama muss einem schon sehr gewogen sein um das bei gutem Wetter zu erleben. Sollte ich jemals wieder nach Machu Picchu wollen würde ich nur die Zugstrecke nach Mach Picchu Pueblo laufen und von dort morgens nach oben. Das reicht völlig! Weiß auch nicht, wie ich – ja, leider war ich das – auf das schmale Brett gekommen bin, man müsste unbedingt so eine Trek dahin machen 🙄 Aber jetzt dürfen wir uns „Salkantay-Survivor“ nennen 😊
      Den Welpen hätte ich wirklich fast eingepackt. Hab mich morgens echt beschissen gefühlt und Daniel hat den kleinen Wusel mit in unsere Hütte gebracht. Da war natürlich alle Pein wieder vergessen. Mein Mann kennt mich halt 😍 LG Reinholdine 😂

  • Beate
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    Oh…mein ….Gott, bei dem Wetter!
    Dann doch lieber Santiago helfen beim Steine kloppen (pflastern). Ne muß ich nicht, aber ich könnte 😉
    Beschreibt doch mal die Rauschwirkung der Coca Blätter. Bündelt das Kräfte? Setzt es an zu Höhenflüge? Oder friert man mehr?
    Gut zu wissen, dass es zum Machu Picchu auch bequemer geht. Ich bin auch froh, dass es euch gut geht und freue mich auf häsch 7. Ihr macht es wirklich spannend.
    Ganz liebe Grüße

    • cosanmay
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      Du willst es aber genau wissen 😉Rauschwirkung ist ungefähr so subtil und unspektakulär wie bei nem Kaffee oder Schwarztee. Wir haben den Tee getrunken, die Blätter gekaut, Kekse und Bonbons gegessen (alles hintereinander) und nix besonderes gemerkt. Vielleicht wäre es ohne schwieriger gewesen da hoch zu kommen aber das ist echt schwer zu sagen. Also echt unspektakulärer Rausch, wenn überhaupt. Von nem Radler merkt man mehr 😂 💋

  • Beate
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    Ók,
    dann bleib‘ ich doch bei Alkohol und Zigaretten!

    • cosanmay
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      Davon merkt man definitiv mehr 🍾🥂

  • Svenja
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    Hallo Ihr zwei Weltenbummler,
    ich hoffe Ihr genießt eure “freiwillig“ gebuchten Touren noch😁 und deine angekündigte Erklärung ging Dank dem Cocatee wieder schnell weg. Ist dort gerade Regenzeit? Ihr tut mir schon ein bisschen leid wegen dem ganzen Regen und kalt, aber eigentlich nur ein kleines bisschen. Habe Respekt vor den Touren und eurem Durchhaltevermögen. Die Natur und die Gegend ist schon toll. Geniest es trotzdem. Normalerweise wärt ihr jetzt nach einem normalen Urlaub gerade wieder zu Hause und der Alltag hätte euch schob wieder fest in den Klauen, aber ihr seit auf euer jetzigen Reise erst am Anfang. Genießt es. Dicke Umarmung!
    Ach übrigens, es ist immer total schön abends, wenn Ruhe einkehrt ist, euren Blog zu lesen. Das ist schon ein festes Ritual geworden. Ich freuen mich immer über eure Erlebnisse. Fast so, als wäre man dabei. 😘 Liebe Grüße Svenja

    • cosanmay
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      Hi Svenja, das war schon ganz schön hart alles. Aber da man eh über die sogenannten „Gringo-Route“ nach Cuzco reist, macht es Sinn, auch alles auf dem Weg mitzunehmen. Jetzt haben wir aber tatsächlich die Schnauze voll. Die Rainbow-Mountain Tour lassen wir jetzt auch sein und sind heute morgen an die Küste geflogen. Wir brauchen dringend Urlaub 😂 Die Erkältung ist leider noch ein bisschen da. Bin seit dem Flug eben links so gut wie taub aber das wird wieder. Schön, dass wir ein paar Leute teilhaben lassen können. Und ihr habt‘s dabei auch noch gemütlich 😁
      Wir sind ja aber jetzt auch im Warmen, sind schon gespannt wie es hier so ist und freuen uns auf Strand und Relaxen.
      Viele liebe Grüße
      Corinna&Daniel

  • Heiko
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    Alter Verwalter, da habt ihr echt eine Tour hingelegt. Die Strecken an sich sind ja noch ganz machbar, aber bei der Höhe eine echte Herausforderung… Respekt, dass ihr das durchgehalten habt. Aber genau das sind die Erlebnisse, die lange hängen bleiben, und von denen man noch sein ganzes Leben lang zehren und erzählen kann. Es ist klasse, eurem Blog zu folgen… Fast als wäre man mit dabei, aber eben nur fast Hihi 😜. Wir freuen uns schon auf den nächsten Bericht über das wohl mehr als lohnende Endziel. Nun hoffe ich, dass ihr an der Küste ein bisschen Sonne genießen und euch erholen könnt.
    Genießt es!
    Liebe Grüße von dem aktuell etwas verregneten Mallorca.

    • cosanmay
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      Ja, das hatten wir und definitiv einfacher vorgestellt! Der Moment wenn du absolut nicht mehr kannst, dir aber bewusst wird, dass du gar keine andere Möglichkeit hast, ist echt frustrierend. Das Gefühl es trotzdem durchgehalten zu haben ist dafür unbezahlbar 💪🏼 Der Guide hat erzählt, dass er bisweilen astronomische Summen von Teilnehmern geboten bekommt, um über Walkie-Talkie ein Muli auf dem Gipfel zu chartern 😆 Aber die Muli-Besitzer machen das nicht weil bergab schlecht für die Muli-Rücken ist. Das fand ich eine sehr lobenswerte Einstellung. Bergauf hätte man für 30€ ein Muli mieten können aber hoch ist nicht das Problem. Runterlaufen ist weitaus schlimmer. Frag mal meine Knie 😊
      Jep, jetzt ist Erholung angesagt. Haben uns hier in ein supersüßes, knallbuntes einfaches Surf-Hippie-Hostel eingemietet. Das würde euch auch gefallen. Zwar nur kaltes Wasser zum duschen aber bei 27 Grad kein Problem. Dafür nur 20,-€/Tag mit Frühstück 😁 Viele Grüße nach Malloze

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