Santiago & Valparaiso

Nach unserer kurzen Stippvisite in Patagonien sind wir wieder in die Wärme geflogen. Ursprünglich hatten wir schon vor, etwas länger in Patagonien zu bleiben, aber die Flugpreise um die Weihnachtszeit und vor allem die Preise von Südamerika Richtung Westen, haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Richtung Australien oder Neuseeland, so wie ursprünglich geplant, gingen die Oneway-Flüge ab 1000,– € aufwärts los. Dementgegen haben wir schon relativ früh einen Flug von Santiago nach Frankfurt am 09.12. für 269,– € im Auge gehabt. Eigentlich überhaupt nicht unsere Richtung…

Nachdem wir das ganze ein paar Tage beobachtet hatten und sich an den Preisen Richtung Westen nichts geändert hat, war klar, wir fliegen mal kurz Richtung Heimat. Also wurden aus den geplanten 3 Monaten Südamerika nur zweieinhalb und wir mussten uns zum Schluss ein bisschen beeilen.

Santiago

Deshalb sind wir von Patagonien nach Santiago geflogen. Hier haben wir uns im Tambo Verde im Stadtteil Bellavista am Fuß des Cerro San Cristóbal eingebucht. Ein wirklich schönes Hostel mit einem gemütlichen Patio und tollem Frühstück. Der Besitzer Christian, ein Deutscher, der schon lange in Chile lebt, hat uns gleich mit ein paar guten Tips versorgt.

Da uns das in Medellin schon gut gefallen hat, haben wir auch in Santiago eine Free-Walking-Tour mit Tour4Tips mitgemacht. Wir können das jedem nur ans Herz legen – egal in welcher Stadt ihr seid, macht eine Free-Walking-Tour mit. Diese Touren werden in (fast) jeder größeren Stadt angeboten. Man erfährt mehr und interessantere Sachen als in einem Reiseführer stehen und lernt nebenbei noch nette Menschen kennen. Die Guides sind Locals und machen das in ihrer Freizeit. Also nicht knausern mit dem Trinkgeld 😉

Die Stadtführungen gibt es zu verschiedenen Themen. Streetart hatten wir ja in Medellin schon und in Valparaiso kommt man gar nicht um Streetart herum, deshalb haben wir uns in Santiago für eine Führung zum Thema Politik entschieden. Antonia hat uns, über das uns bis dahin völlig unbekannte Volk der Mapuche berichtet, die sich wohl seit Jahrhunderten relativ erfolgreich der Kolonisation, erst durch die Spanier und nun durch die chilenische Regierung widersetzen. Sie sprach auch sehr offen über die Zeit von Allende bis zum Putsch durch Pinochet, die politischen Hintergründe und die folgende Militärdiktatur. Bis heute wurde in Chile die Zeit der Diktatur Pinochets noch nicht aufgearbeitet. In Geschichtsbüchern wird diese Zeit wohl bis heute ausgespart. Zum Abschluss unserer Tour hat uns Antonia zum Centro Gabriela Mistral (GAM) geführt. Hier hängen aktuell in jedem Fenster persönliche Gegenstände von Menschen die während der Diktatur Pinochets verschwunden sind.

Valparaíso

Eines meiner (Corinna) „Unbedingts“ war Valparaiso. Wir haben so viele Berichte über diese bunte mit Streetart geradezu zugepflasterte Stadt gesehen und es war klar: Da muss ich hin! Von Santiago aus ist Valparaiso in einer Stunde mit dem Auto erreichbar, deshalb haben wir uns in Santiago gleich mal ein Auto gemietet. ROADTRIP *wohooooo*

In Valparaiso haben wir uns direkt auf dem Cerro Concepción in das B&B Puerta Escondida eingebucht. Die beiden Hügel Cerro Allegre und Cerro Conception gehören zum UNESCO Kulturerbe.

Wie wir bei der Tour4Tips, die wir auch hier wieder gemacht haben erfahren haben, hat das jedoch auch seine Schattenseiten. Zwar kann hier niemand, so wie am Hafen geschehen, ein altes Gebäude einfach umbauen und somit das Stadtbild (nicht gerade zum Vorteil s.u.) verändern. Aber wenn ein Gebäude z.B. durch einen Sturm oder Brand beschädigt wird, sind die Auflagen und Vorgaben zum Wiederaufbau so streng, dass ein Wiederaufbau quasi unmöglich wird.

Hässlicher Glaskasten auf historischem Hafengebäude.

Hier in Valparaiso haben wir 3 Nächte verbracht. An den Tagen sind wir kreuz und quer durch die Stadt gestreift und haben die unglaublichen Bilder an fast jedem Haus und jeder Mauer bewundert, gefilmt und fotografiert. Graffiti sind übrigens auch in Südamerika illegal. Den Menschen gefällt es hier nur einfach, bunte Häuser zu haben und so engagieren sie sich Künstler, die ihre Häuser verschönern.

Streetart wohin man auch schaut:

Hafenrundfahrt

Ein Tip von Christian aus dem Tambo Verde war es, eine Hafenrundfahrt in Valparaiso zu machen. Das haben wir dann auch gemacht. War wirklich sehenswert. Was wir die ganze Zeit für ein Riesenschiff gehalten hatten war ein schwimmendes Trockendock.

Santiago Cerro San Cristóbal

Zurück in Santiago haben wir einen Tag mit schlechtem Wetter genutzt, um unseren Medellin-Film zu veröffentlichen. Am letzten Tag in Santiago und gleichzeitig auch unserem letzten Tag in Südamerika sind wir auf den Cerro San Cristóbal gelaufen. Nach einem einstündigen Aufstieg hat man einen tollen Blick über Santiago. Oben auf dem Berg befindet sich ein Amphitheater. Da Sonntag war, waren wir genau während der Messe da. Trotzdem konnten wir einen Blick auf die 22m hohe Marienstatue werfen und die 7 wirklich schönen Kreuze des „Camino de las siete palabras“ (Weg der 7 Worte) bewundern.

Santiago & Valparaiso Vlog #15

Showing 2 comments
  • Beate
    Antworten

    …so scheeeeeh, Streetart, Streetart, Streetart! Und dann auch noch eh Kerwerutsch!
    Diese Robben oder Walrosse, sind ja zu arg, wie die sich’s auf dem Schiff gemütlich machen.
    Toll, in Valparaiso!
    Aber jetzt, im Jahr 2019, wie geht es weiter?
    Thailand! Das wissen wir! Aber gibt es da auch einen Vlog?
    Eine tolle, glückliche Weiterreise, wünsche ich euch
    Beate

    • cosanmay
      Antworten

      😂 Ja, gibt nen Vlog – spätestens morgen auch hier. Mach dir einen Instagram Account. Da geht es schneller/aktueller mit Filmchen.

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